SPD-Fraktion beantragt Konzepte für Jugendarbeit

Veröffentlicht am 02.10.2009 in Ratsfraktion

Die SPD-Fraktion im Stadtrat hat den Antrag gestellt, Kon­zepte für Schulsozialarbeit und Jugendarbeit in Pegnitz auszuarbei­ten. Als Begründung wird angegeben, dass öffentliche Gewaltakte von Jugendlichen offensichtlich unaufhalt­sam zunehmen. Sie hätten in den schrecklichen Tötungsattacken auf dem Bahndamm in Solln und dem Amoklauf eines Gymnasiasten in Ans­bach ihre vorläufigen Höhepunkte gefunden.

„Unsere Gesellschaft steht dieser Entwicklung in präventiver Hinsicht bisher überwiegend ohnmächtig ge­genüber. Fachleute diskutieren darü­ber, dass den Jugendlichen u. a. offen­sichtlich struktur-, halt- und integrati­ongebende, kommunikative Ange­bote, die einst von funktionsfähigen Familien übernommen wurden, weg­brechen“, so der SPD-Fraktionsvorsit­zende Uwe Raab.

Eine präventive Maßnahme werde von der Fachwelt darin gesehen, im öffentlichen Raum diese obengenann­ten Angebote zu organisieren, die den jungen Menschen Unterstützung und Orientierung in ihrer Entwicklung geben. „Um in diesem Sinne für Peg­nitz die Weichen zu stellen, beantragt die SPD-Fraktion im Stadtrat Pegnitz die Einrichtung eines „runden Tisches“, der sich einer entsprechen­den Konzeptentwicklung für Pegnitz und gegebenenfalls für den südlichen Landkreis widmen soll.

An diesem „runden Tisch“ sollten Vertreter aller Pegnitzer Schulen, der Schulbehörden, Vertreter des Stadtra­tes, der Stadtverwaltung, des Stadtju­gendverbandes, des Jugendamtes und des Landkreises sowie die betroffenen Jugendlichen selbst — zum Beispiel über Schülersprecher oder Jugendrat — teilnehmen.

Ziel sollte sein, ein synergetisches Band aus professioneller Schulsozial­arbeit und professioneller offener Jugendarbeit zu schmieden. Dabei sollte jede Schule einbezogen sein.

Eine Person wird dabei tendenziell für die Inhaltsvermittlung zuständig sein (wohl die Lehrkraft) und die andere für Steuerung der sozialen Beziehungen und Begleitung der indi­viduellen Reifungsentwicklung.

Bürgermeister Manfred Thümmler antwortet auf den SPD-Antrag, dass zu diesem Thema bereits mehrere Vor­schläge vorliegen, etwa eine Resolu­tion der Christian-Sammet-Schule in Pegnitz auf Errichtung einer Stelle für einen Sozialpädagogen an dieser Schule. „Ich habe dieses Anliegen, auch in meiner Eigenschaft als Vorsit­zender des Schulverbands Pegnitz, nachhaltig unterstützt.“ Landrat Hübner habe ausdrücklich betont, dass dieses Thema sehr ernst genommen werde und für ein ordent­liches Konzept dringender Handlungs­bedarf bestehe. Derzeit werden ver­schiedene Finanzierungsmodelle unter Einbeziehung des Freistaats Bayern wie auch gemeinnütziger Trä­ger geprüft. Eine Schaffung der not­wendigen Stellen (unter anderem an der Christian-Sammet-Schule) erscheine zum Beginn des kommen­den Schuljahres (2010/2011) realis­tisch.

„Aufgrund der Tatsache, dass sowohl für Jugendarbeit als auch für Schul- und Sozialarbeit der Land­kreis Bayreuth zuständig ist, werde ich Ihren Antrag an den Landkreis weiterleiten. Eine Behandlung im Stadtrat halte ich aus dem gleichen Grund für nicht erforderlich, weil der Beschlussvorschlag nur lauten könn­te, die Angelegenheit zuständigkeits­halber an den Landkreis weiterzuge­ben. Es ist der Sache doch viel mehr gedient, wenn der Antrag dem Land­kreis sofort zugeleitet wird, als bis 21. Oktober zu warten, um dann vom Stadtrat einen Beschluss zu erhalten, der genau dies ausdrückt“, betont Bür­germeister Thümmler.

Quelle: Nordbayerische Nachrichten

 

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