Stärke antrinken der Pegnitzer SPD

Veröffentlicht am 08.01.2010 in Ortsverein

Foto: Eva Böhm

Sehr viel zu lachen gab es beim traditionellen Stärke-Antrinken der SPD im Saal des Gasthauses Kürzdörfer. Für Musik sorgte dort Helmut Richter aus Creußen am Akkordeon, für Kabarett der Bayreuther «Hausmann» Dr. Klaus Wührl. Außerdem bot die SPD-Spitze eine lustige Stadtratssitzung im Kleinen.

Ortsvorsitzender Oliver Winkelmaier begrüßte dazu gut 50 Gäste aufs Herzlichste. Das erste Highlight kündigte dann Kreisrat Karl Lothes an: Klaus Wührl. Der in der Satire so erfolgreiche Mann studierte Sport, Philosophie und Wirtschaft, arbeitete danach als Dozent an der Universität in der Sportlehrerausbildung und ist jetzt Marketingleiter einer Bademodenfirma in Bayreuth.

Eine Anregung des Publikums nahm Kraus mit in die Wagnerstadt, nämlich einen speziellen Badeanzug für das neue CabrioSol-Bad zu kreieren.

Ansonsten fetzte er in seinem Jahresrückblick durch die Bundes- und Landespolitik und ließ auch den Landkreis Bayreuth nicht ungerupft. Die «Wohlfühlregion Fichtelgebirge» (ein Wort, das für ausländische Touristen kaum aussprechbar ist) forderte seinen Spott ebenso heraus wie die Stadt Pegnitz mit ihrem Bürgermeister Manfred Thümmler. Er sei der einzige Schwarze, der wirklich was zu sagen hat. Kraus verglich ihn mit Barack Obama: «Wenn Thümmler der Friedensnobelpreis angeboten würde, unter dem Namen ‚Zuschuss‘, nähme er ihn sofort. Denn er ist ein Zuschuss-Zampano.» Außerdem denke «Money-Manni» bereits über einen «Thümmler-Taler» nach.

Nachdem Pegnitz wie Rom auf sieben Hügeln erbaut sei, kam jetzt perfekt getarnt der achte Hügel dazu, nämlich der Buchauer Kreisel.

Als Mahnung predigte der «Hausmann», dass unbedingt ein Hotel nach Pegnitz muss, nachdem das PPP geschlossen hat. Ein Feriendorf wäre noch besser. «Ein TTT-Feriendorf würde laufen wie die Sau! TTT heißt ,Thümmlers Touristen Turm‘.» Sicher könnte es dafür auch einen Zuschuss geben.

Dann kam der Sketch der SPD-Lokalmatadoren. Ihr Einakter hieß «öffentliche Statt-Rad-Sitzung». Ähnlichkeiten zu Pegnitz waren beabsichtigt. In die Rollen schlüpften Werner Braun als Bürgermeister Fümmler, Karl Lothes als Leidender Geschlechtsführer Leisefluss, Werner Mildner als FWG-Statt-Rad Kümmer; Uwe Raab als CSU-Statt-Rad Vettern; Elisabeth Habscheid-Knorre als Grünen-Rädin Frotzler und Oliver Winkelmaier war der Saach-Verständige Professor Eier.

Die erste Feststellung war, dass Pegnitz schon zehn Jahre weiter wäre, wenn SPD-Vorschläge schneller umgesetzt worden wären.

Das betraf die Verbesserung des Bahnhofsumfeldes, den Ausbau moderner Energieformen, das Radwegenetz, den Internetauftritt der Stadt sowie den VGN- Beitritt, der jahrelang ignoriert und abgelehnt worden war. Alles wurde später von anderen Parteien als «eigene Idee» verkauft. Schnell kam die Sprache aufs neue Freibad und dessen Sauna, die vom guten Ingenieurbüro «Bauern-Konsum» mit den Spezialisten der Sauna-Stromtechnik «Schenk» und dem Politik-Sponsor «Kostnix» auf die Beine gestellt wird, um «viel Kohle zu verdienen».

Klar gestellt wurde, dass der Bürgermeister, wenn er schon in zwei Jahren kein Bürgermeister mehr sein darf, dann wenigstens ein Bademeister sein will.

Förderlich wäre es, jeden Tag zwei Liter Jura-Wasser zu trinken. Aber: «Wasser predigen und Wein trinken . . .». Immer wieder kam der Einwurf: «Der Wasserpreis muss erhöht werden!»

Quelle: Nordbayerische Nachrichten

 

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