Kreativ die Weichen stellen

Veröffentlicht am 29.01.2008 in Ortsverein

Foto: Claus Volz

Wahlkampf mit „höchster Präsenz“: Die Ehrung lang­jähriger Mitglieder und das Verspre­chen, sachlich gute Politik für die klei­nen Leute zu machen, bestimmten die SPD- Wahlversammlung im Restau­rant „Fränkischer Hof.“ Gut 40 Besucher sorgten beim „Ro­ten Empfang“ immer wieder für Bei­fall. Der wurde jedoch sehr laut, als die Hochrechnung der Hessenwahl bekannt wurde. Fritz Schauer ist seit 60 Jahren SPD- Mitglied, Hans Eckert seit 50, Sonja Wagner, Waltraud Ullrich und Uwe Raab seit 25 Jahren. Sie erhiel­ten vom stellvertretenden SPD- Lan­desvorsitzenden Dr. Thomas Beyer und vom Ortsvorsitzenden Oliver Win­kelmaier ihre Urkunden.

Was Fritz Schauer trocken mit dem Satz kom­mentierte: „Ich hab’ schon drei, nur ist immer eine andere Unterschrift drunter.“ Zu der Auszeichnung gratu­lierten auch MdL Dr. Christoph Rabenstein, MdB Anette Kramme und Landratskandidat Karl Lothes.

Einwohner verloren

Im Mittelpunkt stand die Rede von Uwe Raab, der zunächst jene Punkte aufzeigte, die negativ für Pegnitz sind. Das sind die herben Verluste an Einwohnern, die Überalterung der Gesellschaft, das Ämtersterben, der Wegbruch fast der gesamten Textilin­dustrie. Ein „weiter so“ könne man sich nicht leisten, die Weichen müssten neu gestellt werden, Pegnitz brauche neue Ideen und Anziehungspunkte. Die SPD habe das „KKK“.

Ein „K“ stehe für das Wort kritisch, denn die SPD suche nach besseren Lösungen. Man gebe sich mit Vor­schlägen der Verwaltung nicht ein­fach ab. Das weitere „K“ gelte dem Wort konstruktiv, denn bei sinnvollen und sachgerechten Vorschlägen sei man ein verlässlicher Partner, und mit dem dritten „K“, das für kreativ steht, wolle man „unsere Visionen und Perspektiven für Pegnitz in der Gegenwart verankern.“

Mit Widerspruchsgeist

Der SPD falle der Ruf zu, diejeni­gen zu sein, die manchmal widerspre­chen, die Manfred Thümmler Paroli bieten, die Alternativen aufzeigen, sich einmischen und mitmischen.
In Pegnitz habe die SPD viel ange­regt, einfordern und erreichen kön­nen, wie etwa den VGN- Anschluss von Trockau bis Troschenreuth, Maß­nahmen bei der Verkehrsberuhigung, forcierter Beitritt zur Monopolregion Nürnberg, vorzeitiger Beginn der Innenstadtsanierung, Forderung nach flächendeckender Versorgung mit DSL- Leitungen, Schaffung von Kin­derkrippen oder im Rahmen des Antrags „familienfreundliche Wohn­stadt“ die Erstellung eines Katasters bebaubarer Grundstücke und eines familienfreundlichen Baugebiets, das zuerst lauthals abgelehnt wurde.

Eckpunkte für die Zukunft seien eine aktive Bürgergesellschaft und eine sportlich wie kulturell lebendige Stadt. Die Stadt müsse unbedingt nach „Kinderfreundlichkeit riechen“, um ein positives Klima und Image für Familien und allein Erziehende zu schaffen. Kinderkrippen und Ganz­tagsklassen seien hier wichtige Bau­steine oder ein Jugendstadtrat. Die Jugendarbeit in Pegnitz müsse wieder hauptamtlich werden. Man wolle die Kinder erziehen, anstatt sie hinterher in Strafcamps oder in den Knast zu stecken.

Im künftigen Ganzjahresbad gelte es für familienfreundliche Eintritts­preise zu sorgen. Dreh- und Angel­punkt neben einer guten Familienpoli­tik sei die wirtschaftliche Stärkung der Stadt, denn bei den Gewerbesteu­ereinnahmen stünde Pegnitz gerade einmal bei einem Drittel des bayeri­schen Durchschnitts, wobei man fai­rerweise aber die höheren Schlüsselzu­weisungen abziehen müsse.

Der „Rundumschlag“ von Uwe Raab griff viele aktuelle Themen und Visionen auf, die vom Wunsch nach einer Jugendherberge, von Wohn­mobilstellplätzen, der nachhaltigen Unterstützung des Händlerkreises „Unser Pegnitz“ oder dem Einsatz einer fachkompetenten Agentur für Wirtschaftsförderung reichten. Uwe Raab machte deutlich, dass die Partnerschaft zu Slany oder Guyan­court auch auf den wirtschaftlichen Bereich ausgedehnt werden könnte. Es sei ein Trugschluss, dass „es nur die CSU sein kann“, meinte Raab.

Mit der CSU dauere alles viel länger. „Unsere schöne Stadt überaltert immer weiter, wird farbloser, trock­net regelrecht aus wie ein See ohne hinreichenden Wasserzufluss und wird weiter verlieren“, war sein letz­ter Appell vor der Wahlempfehlung für die SPD.

Quelle: Nordbayerische Nachrichten

 

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